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Ökumenische Klinikseelsorge in Halle (Saale)

'St. Elisabeth und St. Barbara Kapelle' im Haus St Elisabeth, Mauerstr. 5

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Kapelle im St. Eliasabeth-Krankenhaus
Kapelle im St. Elisabeth-Krankenhaus
Figuren in der Kapelle im St. Elisabeth-Krankenhaus
Fenster in der Kapelle im St. Elisabeth-Krankenhaus
Kapelle im St. Elisabeth-Krankenhaus
Kapelle im St. Elisabeth-Krankenhaus
Kapelle im Krankenhaus St. Elisabeth
Kapelle im St. Elisabeth-Krankenhaus
Kapelle im St. Elisabeth-Krankenhaus

Schon von außen ist sie erkennbar, die Kapelle im Krankenhaus St. Elisabeth und St. Barbara an der Mauerstrasse. Mit Sandstein umkleidet, hohe, farbige Fenster, ein Rundbau, der sich an den Nordtrakt angliedert. Es lässt sich erahnen, dass hier ein besonderer Raum entstanden ist. Künstlerisch gestaltet wurde diese Kapelle von Prof. Ulrich Reimkasten.

Wer sich durch das neue Foyer des Krankenhauses aufmacht zur „St. Elisabeth und St. Barbara Kapelle“, so der Name, entdeckt bereits auf dem Weg ein kleines, in den Boden eingelassenes Bronzeschild mit den Worten: „Ich bin“. Zwei Worte, kein Fragezeichen, kein Rufzeichen, kein Punkt. Zwei Worte, die verschiedene Interpretationen zulassen. „Ich bin“, Frage oder Antwort? Worte, die vielleicht gerade in einem Krankenhaus an Bedeutung gewinnen. „Ich bin“ – „Wer bin ich?“ Wenn plötzlich und unerwartet der tägliche Kreislauf des Lebens unterbrochen wird, wenn die doch fast schon selbstverständliche Gesundheit nicht mehr selbstverständlich ist. Dann tauchen Fragen auf, die am Sinn all dessen, was sonst so wichtig erscheint, rütteln können. Letztlich die Frage: „Wer bin ich denn“? Die große Frage nach dem Sinn des Lebens.

Ein blaues Band aus Stein, eingelassen in den Sandsteinfußboden, welcher ebenfalls schon im Eingangsbereich beginnt, führt durch eine große Tür, deren Fläche mit Kreuzmustern gestaltet ist. Kreuze, Kreuzungen des Lebens, durchkreuztes Leben. Aber auch das Kreuz als Zeichen der Erlösung und damit der Hoffnung und des Glaubens. Das blaue Stein-Band führt direkt bis zum Altarraum, der sich durch einen dunklen Steinbelag abhebt.

An der Wandfläche des Altarraumes ein aus Filz gestaltetes Altarbild, das sich vom Fußboden bis zur Decke hinaufzieht. Im unteren Teil ist ein Buch zu erahnen. Möglich auch, es handelt sich um Einschubfächer für CD’s oder Disketten, die modernen „Buch-Speicher“ unserer Zeit. Vielleicht mein eigenes Lebensbuch, das ich schreibe mit Licht- und Schattenseiten? Vielleicht die Bibel, die gute Nachricht? Darüber erhebt sich die aufgehende Sonne. In überwiegend Orange leuchtet sie dem Betrachter entgegen. Die Sonne als Symbol des neuen Tages, als Symbol der Hoffnung, als Symbol der Auferstehung.

Vor der Sonne ein Kreuz aus Glas. Je nach Blickwinkel erscheint durch das Glaskreuz hindurch die Sonne mehr leuchtend orange oder eher dunkel, grau. Gerade in einem Krankenhaus spüren wir, dass wir dem Kreuz, den Durchkreuzungen des Lebens nicht ausweichen können. Wir machen die Erfahrung von Leid, Schmerz und Trauer. Aber auch wenn wir diese Erfahrungen nicht wegdrängen können, wir sehen auch die Hoffnung, das, was uns stärkt und Kraft finden lässt.

Der christliche Glaube verspricht nicht, dass alles Leid und auch nicht das Sterben aufgehoben werden, aber er schenkt eine neue Hoffnung, eine Hoffnung, die über das Leid und den Tod hinausführt. Davon erzählen auch die warmen, farbigen Fenster. Die Farbe des Bernsteins überwiegt. Sie ist die Farbe des Göttlichen. Kräftige, ja fast gewagte Farbkombinationen, sprechen von der Verschiedenfarbigkeit des Lebens. Sie lassen das Licht des Tages in den Raum und doch bewahren sie die Geborgenheit. Sie lassen erahnen, dass es mehr gibt, als wir mit unseren Augen sehen können und dass wir uns in diesem Raum nicht abschotten können von der Welt, aber sie lassen uns auch den Moment der Nachdenklichkeit und der Ruhe.

Im Rund der Kapelle finden wir eine Pieta. Die Figur stellt Maria dar, die ihren toten Sohn auf dem Schoß hält. Maria, die Mutter Jesu, sie hat das Leiden und Sterben ihres Sohnes miterleben müssen. Sie kennt all die Verlassenheit und Trauer. Vor dieser Pieta sind wir eingeladen eine Kerze aufzustellen und damit ein Licht der Hoffnung zu entzünden. Die Figur ist ein Geschenk der Schwestern von der Hl. Elisabeth.

An der Wand gegenüber finden wir zwei neu geschaffene Figuren eines jungen Künstlers aus Halle, Marc Fromm. Die Figuren zeigen Elisabeth und Barbara. Über ihnen, an einem Mobile, schweben die Attribute der beiden Heiligen, die Rose und der Turm.
Im Wind drehen sie sich und immer neu ergibt sich die Frage, wer ist Elisabeth, wer ist Barbara. Es liegt an uns, sie zu erkennen, weniger am Aussehen, vielmehr an ihrer Botschaft für uns. Die beiden Frauen berühren sich sanft an den Händen. Zwei Frauen, die sich nie begegnen konnten, laden ein, den Weg der Nachfolge Jesu, den sie in ihrer Art und Weise, als Antwort auf die Fragen ihrer Zeit weiterzugehen. Den Weg der Liebe zu den Armen und Kranken, den Weg die frohe Botschaft zu den Menschen zu bringen. Um dies auszudrücken, hat der Künstler, Marc Fromm, die Füße der beiden Heiligen "negativ" geformt.

Vor ihnen liegt ein Anliegen-Buch. Es lädt ein, persönliche Bitten, Wünsche aber auch Danksagungen einzutragen. Die oft sehr persönlichen Inschriften werden mit hineingenommen in das Gebet bei den Gottesdiensten.

Eingelassen im Altarraum, unterhalb des Altares in den Fußboden, befinden sich Reliquien der Hl. Elisabeth. Wir heutigen Menschen stehen in der Tradition vieler Menschen, die vor uns aus dem Glauben an Jesus Christus gelebt und gehandelt haben. Gerade für unser Krankenhaus ist dabei die Hl. Elisabeth ein Vorbild. Sie erinnert uns daran, dass es bei aller Sorge letztlich um die Menschen geht, die in Not sind und sich uns hier im Krankenhaus anvertrauen.

Die St. Elisabeth und St. Barbara Kapelle ist jederzeit geöffnet und bietet einen Raum der Stille, der einlädt, sich zurück zuziehen. Sie bietet Schutz gegen Lärm und Unruhe. Sie lädt ein, Platz zu nehmen, zur Ruhe und zu sich selbst zu kommen. „Ich bin“, steht auf dem Weg zur Kapelle. Ja, wer bin ich, wenn ich all die Oberflächlichkeiten und all das weglasse, was ich versuche darzustellen in dieser Welt? Vielleicht kann dieser Raum dazu beitragen, Momente der Ruhe zu finden, in denen wir dieser Frage nachgehen und zu uns selbst finden. Vielleicht können dazu auch die Worte Jesu beitragen, der auf diese Frage antwortet: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

So finden Sie die Kapelle:
Der Eingang zur Kapelle befindet sich im Foyer des Krankenhauses.

Gottesdienste und Andachten

Menschenliebender Gott, aus der Unruhe meiner Tage komme ich zu dir. Nimm mich auf in deine Geborgenheit. Lass mich Ruhe finden bei dir, damit ich mich selbst finden kann. Hilf mir zu entdecken, was ich jetzt brauche. Gott, du bist mir nahe, hier und an allen anderen Orten. Du weißt was mich beschäftigt und bewegt. Ich sag es dir, weil es bei dir gut aufgehoben ist. Ich danke dir für mein Leben, ich freu mich über deine Nähe, ich klage dir mein Leid und ich bitte dich um Hilfe. Amen.

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